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Formation rocheuse en colonnes au bord de l'eau avec végétation verte, eau reflétant les rochers, quelques personnes sur les rochers et ciel nuageux
© Fritz Berger

Tschechien mit dem Wohnmobil

Tschechien ist eine Reise wert

„Die tschechische Grenze ist wieder offen“ lautete eine Schlagzeile im Juni 2020, als wir gerade überlegten, wohin unsere nächste Campingreise gehen sollte. Dass Tschechien viel mehr zu bieten hat, als Knödel, Zigaretten und Bier, teile ich mit euch.


Table des matières


Carte en contour de la République tchèque avec sept points verts numérotés et noms de lieux : 1. Mariánské Lázně; 2. Kamenický Šenov; 3. Hamr na Jezeře; 4. Meziměstí; 5. Třeboňsko; 6. Český Krumlov; 7. Lipno nad Vltavou
An diesen Stationen haben Silke und Benjamin auf ihrer Reise Halt gemacht. © Fritz Berger

Wer sind wir eigentlich?

Aber zunächst einmal möchte ich uns vorstellen: Wir sind eine fünfköpfige Familie, die das Reisen liebt und vor allem die Freiheiten des Campings sehr schätzt. Ich bin Silke und freue mich darüber, unsere Erfahrungen und Tipps mit euch auf dem Fritz Berger Blog teilen zu dürfen. Mein Mann heißt Benjamin und wir reisen mit unseren drei Kindern Levke (6), Lars (4) und Jannes (1) mit einem älteren Eura Freestyle Alkhoven-Wohnmobil, den wir erst im Juni gekauft haben. Nachdem wir einige Jahre mit Zelt, VW Bus und Wohnwagen hinter uns haben, freuen wir uns, ein Wohnmobil gefunden zu haben, in dem wir alle genügend Platz haben und in dem wir uns sofort wohl fühlten. Die Tschechien-Rundreise war unser erster längerer Urlaub mit dem Wohnmobil – die Testfahrt sozusagen.

Deux personnes tenant des parapluies sur des pavés mouillés ; à l'avant une personne souriante portant des lunettes et un haut rouge, à l'arrière une personne portant des lunettes et un haut bleu. Un parapluie présente le drapeau britannique, au-dessus un auvent bleu et blanc à rayures
Vom Gewitter überrascht in Krumau © Fritz Berger
Trois enfants vus de dos assis côte à côte devant une fenêtre, guirlande colorée au‑dessus, voitures et pelouse visibles dehors
Die Kinder genießen morgens den Ausblick aus dem Wohnmobil © Fritz Berger

Campingplätze in Tschechien

Ich muss zugeben, wir hatten uns vorab relativ wenig über Camping in Tschechien informiert. Wir hatten gelesen, dass es ein relativ günstiges Reiseland ist, die Anfahrt ist von Süddeutschland aus nicht allzu lang, die Mautgebühren mit einer 12 Euro Zehntagesvignette überschaubar und nicht zuletzt sind die Corona-Zahlen niedrig. Da angeblich viele Niederländer gerne nach Tschechien fahren, haben wir uns für den ACSI als Campingführer entschieden und sind damit und mit Google Maps gut gefahren. Die Campingplätze in Tschechien sind generell eher einfach und naturbelassen, so zumindest unsere Erfahrung. Oft gibt es einfach eine große Wiese, auf der Zelte und Wohnmobile stehen dürfen, wie sie möchten. Viele liegen direkt am Wasser, am Fluss oder im Wald. Die Atmosphäre ist sehr entspannt, Lagerfeuer sind erlaubt und das Leben spielt sich draußen ab. Die Sanitäranlagen sind zwar in die Jahre gekommen, aber dennoch meist sehr sauber, warmes Duschen kostet oft extra. 

Die Tschechen zelten gerne und das merkt man den Plätzen auch an.

Es gibt große Aufenthaltsräume mit perfekt ausgestatteten Küchen, aber eine Ver- und Entsorgungsstation für Wohnmobile sucht man meist vergeblich. Irgendwie ging es aber trotzdem immer. Generell empfanden wir die Campingplätze als sehr günstig und und sehr unkompliziert, wir haben selten mehr als 20 Euro für alles gezahlt. Ein Plätzchen wurde immer noch gefunden. Freistehen ist in Tschechien nicht gestattet und Stellplätze gibt es auch nur wenige.

Wenn wir verreisen, möchten wir möglichst viel vom Land sehen und bleiben selten lange an einem Platz. Mit den drei kleinen Kindern empfinden wir große Städte allerdings als anstrengend und aufgrund der aktuellen Corona-Krise haben wir diese komplett gemieden, obwohl ich sicher bin, dass auch Prag, Budweis oder Pilsen eine Menge zu bieten haben.


Quellwasser in Marienbad

Grande galerie lumineuse avec hautes fenêtres en arc et plafond voûté décoré, lumière du soleil sur le sol ; plusieurs personnes debout, marchant ou assises sur des bancs ; des arbres visibles à l'extérieur
Kolonnade in Marienbad © Fritz Berger

Unsere erste Nacht in Tschechien verbrachten wir gleich hinter der Grenze in Marienbad/Mariánské Lázně. Die Stadt gehört mit Karlsbad und Franzensbad zu den drei großen Kurstädten Westböhmens und ist bekannt für sein kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Mit dem Wohnmobil kann man gut auf dem Busparkplatz vor der Stadt parken, von dort aus kann man durch den Kurpark zur Kolonnade laufen.

Homme remplit une bouteille à une fontaine en pierre dans un pavillon ouvert, un enfant se tient à côté
Pramen © Fritz Berger

Im Ort gibt es immer wieder sogenannte Pramen, wo man das Quellwasser zapfen kann, was wohl selbst Goethe einst tat. 

Wir ließen es uns natürlich nicht entgehen und probierten das kohlensäurehaltige Wasser, das viel zu eisenhaltig schmeckte.

Die Kinder fanden es jedoch witzig, genauso wie die Singende Fontäne an der Kolonnade, die zu jeder ungeraden Stunde ihre Wasserspiele mit Musik untermalt.

Unser Campingplatz La Provence für die Nacht hatte nur wenige Stellplätze für Wohnmobile und war wohl eher für Hütten und Zelte ausgelegt. Wir standen ziemlich schief und waren nicht ganz zufrieden.


Klettern am Herrenhausfelsen

Formation rocheuse en colonnes au bord de l'eau, eau calme avec reflet, berges herbeuses, plusieurs personnes sur et près des rochers, ciel nuageux
Herrenhausfelsen in Kamenický Šenov © Fritz Berger

Da wir unbedingt schnell zur Felsenstadt im Riesengebirge wollten, gaben wir Gas und fuhren am nächsten Tag ein gutes Stück nordwärts. Einen Zwischenstopp legten wir bei den Herrenhausfelsen in Kamenický Šenov ein. Die Basaltfelsen haben eine interessante Form durch Vulkanausbrüche und erinnerten uns sofort an den Giant’s Causeway in Nordirland. Die Anlage war etwas kleiner, als wir uns vorgestellt hatten, aber man durfte auf den Felsen rumklettern. Das Parken mit dem Wohnmobil war kein Problem und es gab auch ein kleines Infozentrum. Wir hatten Spaß dabei, die Felsen zu erklimmen und fuhren nach etwa einer Stunde weiter zum Campingplatz in Hammer am See. Hier fühlten wir uns gleich wohl. Die große Wiese für Zelte und Wohnmobile lag inmitten einer Waldlichtung und die Kinder konnten sich auf dem Spielplatz austoben. Den Tag kann man gut am Sandstrand, im Kletterpark oder auf dem Hüpfpolster verbringen. Ein wirklich sehr schöner Ort!


Wandern in der Felsenstadt Weckelsdorf-Adersbach

Zur Felsenstadt in Weckelsdorf-Adersbach war es nicht mehr allzu weit, wir brauchten trotzdem eine Weile, bis wir dort am nächsten Tag endlich ankamen, da die Straßen teils etwas schlechter waren und wir noch einkaufen mussten. Letztendlich kamen wir aber genau richtig, da gegen 16 Uhr die Busreisenden das Naturschutzgebiet wieder verlassen. Parken war einmal wieder kein Problem (zu Stoßzeiten sieht das aber wohl anders aus! Uns wurde gesagt, dass früher am Tag auch schon die Zufahrtsstraßen wegen Überfüllung gesperrt waren). Um die Felsenstadt in Adersbach zu erkunden, wurde ein 3,5 Kilometer langer Wanderweg angelegt, der Zutritt hierfür kostete Eintritt (für zwei Erwachsene und ein Kind ab 6 Jahren etwa 13 Euro). 

Gleich zu Beginn wird man von einem wunderschönen, kleinen, grünen See verzaubert, die anschließende Rundwanderung führt durch ein altes Tor mitten in die bizarr geformten Sandsteinfelsen. Der Weg bis zum kleinen Wasserfall ist eben und auch mit Kinderwagen passierbar, anschließend folgen viele Treppen und Stufen. Dafür wird man mit tollen Aussichten auf die Felsnadeln mit fantasievollen Namen wie Bürgermeisterin und Bürgermeister oder Liebespaar belohnt. Die Kinder liefen ohne Murren mit und hatten wie wir viel Spaß beim Entdecken. Zum Schluss führt der Weg durch das enge Mauseloch, eine gerade mal 0,5 Meter breite Felsspalte. Nach etwa zwei Stunden kamen wir erschöpft, aber glücklich wieder bei unserem Wohnmobil an. Der Ausflug hatte sich sowas von gelohnt!

Lac avec arbres reflétés dans l'eau, rochers alentour, ciel bleu, bouleaux sur la rive droite et avant‑plan d'eau peu profond avec fond pierreux
Sandgrubenteich bei der Felsenstadt © Fritz Berger
Deux personnes, l’une portant un sac à dos bleu et une plus petite tenant la main, traversent un pont en bois sous une arche en pierre pointue vers une ouverture rocheuse sombre ; parois rocheuses et plantes visibles
Das gotische Tor in der Felsenstadt Adersbach © Fritz Berger
Adulte aux cheveux bouclés porte un bambin blond dans un porte-bébé et tient un smartphone levé entre deux hautes parois rocheuses
„Mauseloch“ © Fritz Berger

Für die Nacht suchten wir uns einen Campingplatz (Camping Aktief) in der Nähe von Halbstadt. Der von Niederländern geführte Platz liegt ruhig an einer Rinderweide, die Sanitäranlagen sind sehr gepflegt und die Besitzer super freundlich. Wir haben uns wohl gefühlt und empfehlen den Platz gerne weiter!


Essen in Třeboň

Da wir Prag aufgrund der aktuellen Situation meiden wollten, sind wir am nächsten Tag ein gutes Stück in den Süden gefahren. Wir landeten im Naturschutzgebiet Třeboňsko auf einem schönen Campingplatz zwischen zwei Seen, nahe der schönen Altstadt Třeboň. Am Abend liefen wir vom Platz aus etwa 20 Minuten am Wasser entlang in die Stadt, die für ihre Karpfenzucht und die Brauerei von Bohemia Regent bekannt ist. Auf dem Marktplatz herrschte eine gemütliche Atmosphäre und wir suchten uns ein Plätzchen im Restaurant Bílý Koníček. Das Essen ist wirklich hervorragend gewesen, die Mitarbeiter waren sehr freundlich und der gesamte Restaurantbesuch war sehr günstig. Tschechien ist allgemein bekannt für seine bürgerliche Küche, gerne mit Knödeln und Braten, sowie günstigem und gutem Bier. Benjamin war im siebten Himmel. Aber auch die Kinder waren glücklich über ihren Palatschinken und wir kehrten satt und zufrieden zum Campingplatz zurück. Dort wurden wir dann leider von Mücken aufgefressen.

Place pavée, rangée de maisons à pignons aux tons pastel, colonne centrale avec sculptures, clocher avec horloge à droite, personnes marchant, vélos garés et terrasses extérieures
Altstadt von Třeboň © Fritz Berger
Camping-car blanc avec porte ouverte et serviette accrochée sur un terrain herbeux, autres caravanes, arbres et ciel bleu avec nuages en arrière-plan
Campingplatz in Třeboň © Fritz Berger

Die wunderschöne Altstadt von Krumau

Am nächsten Tag ging es für uns schon weiter, auch wenn wir durchaus noch etwas länger hätten bleiben können. Doch wir waren gespannt auf eines der Highlights jeder Tschechien-Rundreise: die wunderschöne Stadt Český Krumlov/Krumau. Die Altstadt, die seit 1992 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, liegt in einer Wasserschleife der Moldau. Im Sommer ist wohl sehr viel los, aber da im Moment wenige Busreisende unterwegs sind, konnten wir die Stadt ruhig erleben. Wir parkten unser Wohnmobil am Campingplatz Nové Spoli, der hauptsächlich von Kanufahrern und Zeltern frequentiert wird, aber vor dem Platz einige Stellflächen für Wohnmobile bietet. Nach einer kurzen Pause begaben wir uns in die fußläufig gelegene Innenstadt und wurden erst einmal von einem Sommergewitter überrascht. Um uns wieder aufzuwärmen und zu trocknen, suchten wir das Retro Café auf, das wir gerne weiterempfehlen. Das Personal ist sehr kinderfreundlich, es gibt hausgemachte Limonaden und leckere Pizzen, sowie Pfannkuchen. Die Altstadt von Krumau ist wirklich sehenswert, von der Burg aus hat man eine super Aussicht und vor allem Levke musste immer wieder an der Moldau stehen bleiben und den Kanufahrern zusehen.

Bord de rivière d'une ville historique aux toits en tuiles rouges serrés, une église avec clocher, une rivière avec un petit barrage/seuil et des collines vertes en arrière-plan
Český Krumlov/Krumau © Fritz Berger

Zurück auf dem Campingplatz war mittlerweile Partystimmung angesagt. Viele Kanufahrer feierten zwischen den Zelten ihren anstrengenden Tag auf dem Wasser. Tschechien ist generell sehr beliebt bei Kanufahrern. Wir verbrachten dennoch eine ruhige Nacht.

De nombreuses tentes sur une prairie, chemin pavé au premier plan, colline boisée et soleil au-dessus des arbres
Viele Zelte auf einer Zeltwiese © Fritz Berger

Entspannen am Lipno-Stausee

Camping-car blanc au bord d'un lac, un autre camping-car en arrière-plan, lac, arbres, collines, ciel du soir
Sonnenuntergang beim Camping Olsina am Lipno-Stausee © Fritz Berger
Bougie allumée dans une coupe sur une nappe au premier plan ; en arrière-plan deux camping-cars au bord d'un lac, arbres, collines, ciel nuageux aux tons rouge-bleu et reflet sur l'eau

Unseren letzten Tag in Tschechien verbrachten wir am Lipno-Stausee. Dort gibt es eine große Auswahl an Campingplätzen, wir entschieden uns für den Camping Olsina und waren dort auch sehr zufrieden. Die Stellplätze sind terrassiert angelegt, sodass nahezu jeder Platz Blick auf den See hat und der See bietet tolle Bademöglichkeiten. Nach einem verregneten Tag freuten wir uns am Abend
am meisten über einen wunderschönen Sonnenuntergang, der einen tollen Urlaub in Tschechien perfekt machte.


Fazit: Tschechien ist eine Reise wert

Un homme se tient avec trois enfants jusqu'aux genoux dans un lac, dos à l'appareil; rive et ciel nuageux en arrière-plan
Lipno-Stausee © Fritz Berger

Generell waren wir überrascht, wie vielfältig Tschechien ist: Von schönen Städten, über Berge mit interessanten Felsformationen und tollen Badeseen war alles dabei. Kulinarisch gibt es von Bier, über Braten mit Knödel und Fisch sowie Pfannkuchen einiges zu bieten. Wir wurden freundlich empfangen, haben lecker gegessen und haben generell einen eher günstigen Urlaub verbracht. Wir mussten nichts buchen und haben immer einen Platz gefunden. Auch sprachlich sind wir mit englisch und deutsch meist gut zurechtgekommen. 

Wir kommen auf jeden Fall wieder, denn wir sind uns sicher: Hier gibt es noch mehr zu entdecken!

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